„Bildschirme dürfen nicht die Freizeit dominieren!“
Elternabend zum Thema “Medienerziehung” mit dem Referenten Tom Rechl am Dienstag, den 29.09.2026.
Mit diesem Statement begann der Polizist und Referent des äußerst gut besuchten Elternabends Tom Rechl in der Aula der Grundschule Hebertsfelden. Knapp 100 Besucher waren gespannt auf die Ausführungen des bereits bekannten Fachmanns für dieses Gebiet „Medien“, denn er war die letzten Jahre schon zu Elternabenden und Workshops in den Klassen an der Schule tätig.
Tom Rechl schilderte, dass die Medienerziehung bereits im Babyalter beginne, denn die Eltern leben den Umgang mit neuen Medien immer vor. Alle Bildschirmmedien wie Handy, Smartphone, Fernseher, Spielekonsole, Laptops usw. müssen raus aus Kinderzimmern. Die Freizeit der Kinder sollte vielseitiger gestaltet werden: Auch Langeweile gehört dazu, denn dies ist wichtig für Kreativität! Wenn Kinder immer bei Langeweile vor einem PC „geparkt“ werden, weil es für Erwachsene leichter ist, führt das kaum zu eigenen Ideen. Bis zur etwa 2. Klasse sollten die Eltern noch die Freizeit mit Kindern gestalten, später sollen die Kids auch selber kreativ werden und sich Freizeitaktivitäten suchen.
Zur Medienerziehung gehört auch, dass Eltern die Kinder mit Interesse begleiten, wenn diese z.B. am Smartphone zocken wollen. Dabei ist es wichtig, dass gemeinsam Regeln aufgestellt werden und wichtig auch, dass sich sowohl Kinder, als auch Erwachsene dann daran halten.
Medien sollten nie als Belohnung oder Bestrafung verwendet werden, da dadurch der Stellenwert der Medien sehr hoch gestellt wird. Eine Strafe muss immer zur Handlung passen!
Tom Rechl zeigte die Wichtigkeit von „Quality time with family“, also die gemeinsam verbrachte Zeit in der Familie, auf. Dabei sollten die Erwachsenen Interesse an den Kindern und ihren Problemen zeigen und auch als Vorbild für sie fungieren.
Eine große Gefahr für Kinder im Medienbereich geht von den eigenen Eltern aus, wenn sie Kurzvideos oder Bilder von ihren Kindern ins Netz oder in ihren Status stellen. Durch KI können Bilder und Stimmen verändert und missbraucht werden, was Betrüger beim sogenannten „Enkeltrick“ einsetzen. Besonders gravierend ist, dass alles was im Netz auftaucht, auch immer verfügbar ist – das Internet „verliert“ nichts!
Die Radikalisierung im Netz ist ein weiteres Problem, das immer unscheinbarer über die sozialen Medien verbreitet wird: Nicht von radikal aussehenden Personen, sondern von ganz normal aussehnden Männer und Frauen bzw. auch Jugendlichen. Radikales Gedankengut wird häufig auch in brave und tolle Filme oder Spiele gestreut, ohne dass es bewusst wahrgenommen werden kann.
Auch den Bereich der sexuellen Gewalt sprach Tom Rechl an. Hier ist es ganz wichtig, dass die Eltern eine gute, offene und ehrliche Beziehung zu ihren Kindern haben, so dass diese bei Problemen sich auch an die Eltern wenden können.
Der Referent betonte auch, dass man sich unbedingt an das Jugendschutzgesetz halten sollte, d.h. die Spiele ab 18 Jahren sind für Kinder im Grundschulalter absolut tabu! Hier müssen Eltern oft Stärke zeigen gegenüber dem kindlichen Argument „alle haben das / alle dürfen das …“.
Zum Schluss gab er den Eltern noch mit, dass Erziehung, nicht nur mit den Medien, immer auch anstrengend ist. Sein Schlussfazit lautete deshalb: „Bleiben Sie gelassen!“
Viel zu schnell vergingen die eineinhalb Stunden sehr lebendigen Vortrags, da es Tom Rechl verstand, die Zuhörer mitzunehmen und mit ganz praktischen Beispielen die Problematiken aufzuzeigen.
Es bedankte sich Rektor Gabriel noch ganz herzlich – auch für den Workshop im Mai dieses Jahres in allen Klassen der Schule.
Elternbeiratsvorsitzende Andrea Eder bedankte sich im Namen des Elternbeirats – der diesen Abend finanziell übernahm – für den interessanten und kurzweiligen Elternabend mit einem kleinen Präsent. Alle Eltern honorierten dies mit einem riesigen Applaus, bevor es zum Klassenelternabend überging.


Danke unserem Elternbeirat für die finanzielle Unterstützung und Tom Rechl für den so interessanten Vortrag!

